Nachhaltigkeit durch Circular Economy: Recyclium bietet Blockchain-basierte Lösung

Digitalisierung schafft neue Möglichkeiten und kann zur Lösung globaler Probleme entscheidend beitragen – unter anderem zur Reduzierung der Umweltverschmutzung. Mithilfe eines neuen Blockchain-basierten Pfandsystems profitieren Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen von einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft und tragen gemeinsam dazu bei, die von den Vereinten Nationen formulierten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Stellen Sie sich eine Insel vor, die etwa 70.000 mal so groß ist wie Basel und komplett aus Plastikabfällen besteht. Unglaublich? Stimmt. Aber es gibt sie leider wirklich. Sie wird als „Great Pacific Garbage Patch“ bezeichnet und ist sogar nur eine von vier solcher schwimmender Müllinseln in den Weltmeeren. Wie konnte es so weit kommen und was bedeutet das eigentlich für uns und die Umwelt?

Aktuell werden weltweit jedes Jahr rund 400 Millionen Tonnen Plastik produziert – ein großer Teil davon – etwa 146 Millionen Tonnen – wandert als Verbrauchsmaterial (Tüten, Flaschen, Blister etc.) schon nach kurzer Zeit in den Müll. Bislang hat die Menschheit mehr als sieben Milliarden Tonnen Plastikmüll erzeugt, davon aber nur neun Prozent recycelt. Der Rest wurde verbrannt, liegt auf Mülldeponien oder wurde in der Umwelt entsorgt, zum Beispiel in den Weltmeeren. Laut einer Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen treiben bis zu 18.000 Plastikteile in jedem Quadratkilometer der Ozeane. Eine Hochrechnung für das Jahr 2050 macht besonders deutlich, warum wir dringend handeln sollten: Sie besagt, dass sich ab diesem Jahr mehr Plastikteile im Meer befinden werden als biologische Organismen.

Schon jetzt verenden jährlich hunderttausende Meeressäuger an unverdaulichen Plastikteilen, mehr als eine Million Seevögel sterben an irrtümlich verzehrten Plastikteilen. Laut Greenpeace sind rund 270 verschiedene Tierarten – darunter Schildkröten, Robben, Fische und Krebse – vom Müll im Meer und an den Küsten bedroht. Plastiktüten sinken auf Korallenstöcke, Schwämme oder Muschelbänke und verhindern so deren Besiedlung. Und das tun sie leider sehr lange. Bis eine Plastikflasche biologisch zersetzt und abgebaut ist, dauert es rund 500 Jahre. So viel Zeit bleibt uns nicht. Wir müssen das Problem sofort anpacken.

 

SDG, ESG und der Lösungsansatz Circular Economy

Das haben auch die Vereinten Nationen erkannt und 17 sogenannte Nachhaltigkeitsziele formuliert, die den Klimawandel bremsen und die Welt zu einem besseren, grüneren und saubereren Ort für nachfolgende Generationen machen sollen. Eines dieser Ziele steht unter der Überschrift „Nachhaltige/r Konsum und Produktion“. Die Vereinten Nationen fordern darin alle Staaten dazu auf Bedingungen zu schaffen, die dafür sorgen, dass Abfälle vermieden oder recycelt werden, Unternehmen ihre ökologischen Risiken gering halten, Verbraucherinnen und Verbraucher besser über nachhaltigen Konsum informiert werden und Behörden bei der Beschaffung nachhaltige Produkte bevorzugen.

Dafür braucht es aber nicht nur Bekenntnisse, Gesetze und gute Vorsätze – sondern vor allem innovative, zukunftsfähige Lösungen aus der Industrie selbst. Denn die derzeitigen Konzepte einer Circular Economy – auch Kreislaufwirtschaft genannt –, stammen aus einer vordigitalen Zeit und bieten keine unkomplizierten Möglichkeiten für Einzelunternehmen. Und genau hier setzt die revolutionäre Circular Economy Lösung des schweizerischen Unternehmens Recyclium an.

Damit bietet sie Unternehmen auch eine einfache Möglichkeit, die Kriterien der ESG (Environmental, Social and Governance) in gleich zwei von drei Schlüsselbereichen – Umwelt und Soziales – zu erfüllen.  Diese Kriterien müssen mittlerweile bereits von rund 500.000 Unternehmen erfüllt werden, die Anforderungen an das Reporting werden dabei immer weiter verschärft. Ein transparentes System, das alle notwendigen Daten zur Verfügung stellt, gewinnt dadurch zunehmend an Bedeutung.

 

Die Recyclium-Innovation


Pascal Siegrist

„Eine nachhaltige Circular Economy funktioniert nur, wenn alle Beteiligten etwas davon haben und sie einfach, schnell und nachvollziehbar ist“, sagt der Unternehmer Pascal Siegrist. Und dafür hat er die Recyclium AG gegründet. Recyclium hat das weltweit erste Blockchain-basierte Pfandsystem entwickelt, von dem alle Beteiligten direkt profitieren können. Das Unternehmen stellt eine Technologie zur Verfügung, mit der Hersteller rasch und unkompliziert ein Kreislauf-System für ihre Produkte einführen können, das viele Vorteile bietet. Recyclium belohnt dafür Produzenten und Kunden oder Endverbraucher – mit größtmöglicher Transparenz und Datensicherheit. Die Basis dafür bietet eine für Organisationen entwickelte Blockchain, auf der alle Informationen dezentral hinterlegt sind. Diese Informationen können wiederum ganz einfach orts- und zeitunabhängig mit einem Smartphone abgerufen werden.

Konkret funktioniert das so: Kooperationspartner versehen mit dem Recyclium-System ihre Produkte oder deren Verpackungen mit einem QR-Code. Mithilfe der Recyclium App können Kunden oder Endverbraucher Produkte oder Abfälle mit dem Recyclium-Code scannen und diese bei dem angezeigten nächsten Storer abgeben. Dafür erhalten sie eine Belohnung in Form einer wertstabilen Kryptowährung.

„Wir möchten mit Recyclium dazu beitragen, die Erde zu schützen, indem wir das Problem des Plastikmülls attackieren und zwar auf globaler Ebene. Uns war es sehr wichtig, ein Pfand-Konzept zu entwickeln, das auf bewährten, digitalen Technologien beruht, leicht verständlich und umsetzbar ist und allen Beteiligten Vorteile bietet – so ähnlich, wie in Deutschland das Flaschenpfand-System funktioniert nur sehr viel kostengünstiger und leichter implementierbar“, erklärt Pascal Siegrist.

Vorteile für Kooperationspartner

Unternehmen, die mit Recyclium eine Circular Economy für ihre Produkte einführen oder ihre Kreislaufwirtschaft auf ein neues Level heben, können gleich mehrfach Werte aus dem Blockchain-basierten System schöpfen. Einerseits bekommen sie einen neuartigen Zugang zu Verbrauchsmaterialien, die sie benötigen, andererseits erhalten sie wertvolle Daten zu jedem einzelnen Pfand-Produkt – in Echtzeit und fälschungssicher in der Blockchain gespeichert. Dadurch können sie ihre Erkenntnisse über Kunden und Produkte erweitern, ohne aufwendige Marktforschungen oder stichprobenartige Analysen.

Mindestens genauso entscheidend ist für viele Unternehmen allerdings das Bekenntnis zu Umweltschutz und den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen – also konkret die Umsetzung der ESG-Kriterien. Und mit Recyclium lässt sich die Erfüllung der ESG-Rahmenbedingungen auch in höchster Transparenz mit Daten belegen. Warum das wichtig ist? Das sogenannte „Greenwashing“ – also die Betonung von Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit aus Marketing- und Vertriebsgründen – rückt aktuell stärker in den Fokus der EU. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 95 Prozent der Behauptungen zu ökologischen Produkten übertrieben oder sogar falsch sind. Unter anderem deswegen hat die Europäische Union eine neue Richtlinie zum Greenwashing verabschiedet. Sie besagt, dass alle umweltbezogenen Werbeaussagen vorab von einer unabhängigen Prüfstelle zertifiziert werden müssen. Bei Verstößen drohen sehr hohe Bußgelder (bis zu vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes) – und das sogar rückwirkend. Recyclium schafft durch die dezentrale Blockchain-Technologie höchste Transparenz im Bereich der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Der große Vorteil gegenüber bestehenden Pfandsystemen liegt in der Finanzierung: Da die Recyclium-Lösung ohne kostspielige Pfandautomaten auskommt, bietet sie ein sehr viel günstigere Alternative, die gleichzeitig schneller umgesetzt werden kann.

Das ist für alle Unternehmen relevant, die Produkte herstellen, die der sogenannten extended producer responsibility (EPR) unterliegen. Dabei handelt es sich um die Verpflichtung für Hersteller, die Nachhaltigkeit ihrer Produkte im gesamten Produktzyklus – also bis zur Entsorgung der Verpackung – zu gewährleisten. In Deutschland und Frankreich ist die EPR durch Verpackungsverordnungen bereits staatlich vorgeschrieben. Die Lizenzierung im System Der Grüne Punkt kann abhängig von der produzierten Verpackungsmenge allerdings hohe Kosten verursachen. Eine Rückerstattung zumindest eines Teils dieser vorgezogenen Kosten von staatlicher Seite können Unternehmen allerdings nur einfordern, wenn sie mit unanfechtbaren Daten belegen, wie viele Verpackungen oder Produkte sie zurückgenommen und recycelt oder umweltverträglich entsorgt haben. In einigen Staaten ist es bereits möglich, Vergütungen für zurückgeführte Produkte zu erhalten. Und selbst in Ländern, die noch keine Rechtsgrundlagen dafür geschaffen haben, darunter Deutschland, könnte sich das schnell ändern. Voraussetzung dafür sind nach Einschätzung von Experten erfolgreich umgesetzte Modellprojekte, die ein proof of concept erbringen. Und genau an dieser Stelle setzt Recyclium an, da das System von Einzelunternehmen umgesetzt werden kann, aber gleichzeitig alle Möglichkeiten zum upscaling bietet.

Aber die intelligente, digitale Lösung kann nicht nur wirtschaftliche Vorteile für Unternehmen verwirklichen und die Umwelt schützen, sondern erfüllt auch einen sozialen Auftrag – ganz im Sinne der ESG.

„Mit Recyclium verwirklichen Unternehmen gleich mehrere der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele. Neben dem Umweltschutz, kann die Recyclium-Lösung auch dazu beitragen, Armut zu verringern, indem es das kosteneffektivste Belohnungssystem für die Rückgabe von Abfällen zur Verfügung stellt“, sagt Pascal Siegrist.

Recyclium kommt dabei genau zur rechten Zeit: Denn weltweit steigen die Anforderungen an Unternehmen im Bereich der umweltbezogenen und der sozialen Verantwortung. In Deutschland beispielsweise sollen Hersteller, die Einwegkunststoffe in den Verkehr bringen, ab 2025 eine Abgabe darauf zahlen. Ihrer sozialen Verantwortung können Unternehmen mit Recyclium vor allem in Dritte-Welt-Ländern gerecht werden, denn das innovative Pfandsystem kann den Menschen in den ärmsten Ländern Welt neue Einkommensquellen erschließen. Das Sammeln von (Pfand-)Müll entlastet die Umwelt und stellt eine Verdienstmöglichkeit dar, die losgelöst von nicht funktionierenden Finanzsystemen in vielen Regionen Afrikas und Asiens genutzt werden kann. Das Recyclium-System sichert die erwirtschafteten Beträge sogar ab, denn selbst der Verlust oder Diebstahl des Smartphones führt nicht zum Verlust der Einnahmen, da sie im persönlichen Wallet gespeichert sind. So trägt Recyclium zu einem großen Ziel bei: Menschen können Einkommen generieren, indem sie aktiven Umweltschutz betreiben und Plastik-Abfälle reduzieren.

„Einweg-Kunststoffe sollten eigentlich längst der Vergangenheit angehören und genau das ist eines unserer großen Ziele mit Recyclium. Wir möchten die Abfallwirtschaft weltweit nachhaltiger, umweltfreundlicher und sozialer gestalten. Die Technologie dafür steht – jetzt sind wir bereit, mit weiteren Partnern aus der Industrie individuelle Circular Economy Lösungen auf Recyclium-Basis zu entwickeln. Wir müssen das Plastik-Problem schnell und effektiv angehen – damit wir auch 2050 noch mit Fischen im Meer schwimmen können und nicht nur zwischen Plastikmüll“, sagt Pascal Siegrist. Er freut sich über alle interessierten Investoren, Kooperationspartner und App-Nutzer, mit denen Recyclium gemeinsam die Chance ergreifen möchte, dem gängigen Recycling ein zukunftsfähiges „Redesign“ zu verleihen.

Aber Pascal Siegrist denkt längst über den Plastik-Müll hinaus. „Die Technologie kann für viele verschiedene Branchen ein echter Gamechanger sein”, erklärt er. Über den Bereich der Nahrungsmittel- und Getränke-Verpackungen hinaus sieht er Recyclium auch als Partner für die Textil-Industrie, die Elektronik-Branche, Autoteile-Hersteller, die Pharma-Industrie, Kosmetikunternehmen und weitere Industriezweige. Überall da, wo recyclingfähiger Müll entsteht, könnte schon bald die Recyclium-Lösung greifen – für eine saubere Umwelt und weniger Armut.

www.recyclium.io

 

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